
Fuß- oder Handbänder besetzt mit Messing-Glöckchen, immer sehr begehrt in der Fasnets-Zeit, sind seit wenigen Tagen wieder bei uns lieferbar. Sie stammen aus Indien, werden dort als Tanzschmuck verwendet und sind als "Ghungru" bekannt. Hergestellt werden sie in den Werkstätten der "Equitable Marketing Association", abgekürzt EMA. Das ist ein "Verband für gerechte Vermarktung" mit Sitz in Calcutta und Baruipur, einem Ort in der Nähe von Calcutta. Viele unserer kunsthandwerklichen Stücke aus Indien werden über die EMA vermarktet. 1977 aus verschiedenen studentischen Initiativen heraus gegründet, hilft EMA handwerklich-industriellen Kooperativen bei der Produktentwicklung und dem Vertrieb ihrer Waren. Das Büro- und Lagerhaus in Sodpur, einem Vorort von Calcutta, hat historischen Wert: Ab 1927 beherbergte es Gandhi als häufigen Gast, auch Tagore und Nehru fanden sich dort ein. Das Haus in Sodpur war nicht nur ein geistiges Forum der Freiheitsbewegung, Gandhi führte in dem ehemaligen Handwerkszentrum auch eine Spinnerei ein. Gemäß dem von ihm aufgebrachten Slogan "Be Indian, buy Indian" wollte er die Abhängigkeit von Großbritanniens Wirtschaft verringern und die einheimische Produktion fördern.
Hildegard Hornung
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